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CUREosity erklärt: Neuroplastizität

Aktualisiert: Juli 16

In diesem Beitrag erklären wir, was Neuroplastizität bedeutet und wie CUREosity diesen Prozess nutzt, um Patienten mit kognitiven sowie motorischen Beeinträchtigungen innerhalb ihrer Rehabilitation zu unterstützen.


Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich kontinuierlich zu verändern und an verschiedene Reize anzupassen. Dieser Prozess besteht aus einer Vielzahl an biochemischen und metabolischen Reaktionen. So können wir auf neue Reize und Informationen reagieren und neue neuronale Verbindungen (Synapsen) aufbauen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, bei beschädigten Nervenverbindungen, zum Beispiel durch einen Schlaganfall, neuronale Wege im Gehirn erneut zu bilden und eine Art Umleitung um das geschädigte Hirnareal herzustellen.


Früher wurde diese Fähigkeit nur Kindern zugeschrieben. Neuere Studien zeigen jedoch, dass Neuroplastizität ein lebenslanger Prozess ist und das Gehirn auch im Alter noch zur Entwicklung neuer Neuronen/Gehirnzellen (Neurogenese) sowie zur Veränderung der Gehirnstruktur fähig ist. Das Erlernen von Fertigkeiten, die Verbesserung der Gedächtnisfähigkeit sowie die Änderung von Angewohnheiten und Verhaltensmustern sind demnach lebenslang möglich.



Bei der Geburt existieren nur relativ wenige Synapsen, die die Verbindungen einer Nervenzelle zur nächsten darstellen. Diese Anzahl steigt mit dem Erlernen von Fertigkeiten sowie dem Sammeln von Erfahrungen. Je aktiver eine Verbindung genutzt wird, desto stärker wird auch die Synapse. Analog können Verbindungen bei fehlender Verwendung schwächer werden und ganz verschwinden. Erlebnisse werden vergessen und Fähigkeiten verlernt.


Die chemischen und molekularen Prozesse, auf denen Neuroplastizität beruht, sind sehr komplex. Sie führen dazu, dass im Gehirn durch Stimulation inaktive Verbindungen wieder aktiviert, neue Verbindungen aufgebaut und auch teilweise geschädigte Teile einer Nervenzelle wieder repariert werden (insbesondere in den Axonen, den Nervenfortsätzen).


Jede Bewegung beginnt im Gehirn. Es werden neuronale Muster geschaffen, die es möglich machen einfache Aufgaben auszuführen, wie Gehen, das Erkennen von Gegenständen und auch das Planen und Durchführen von Handlungen. Wenn Nerven beispielsweise durch einen Unfall oder einen Schlaganfall beschädigt wurden, kann es zu Lähmungen oder dem Verlust der Wahrnehmung einzelner Körperteile kommen. Der bisherige Weg auf die neuronalen Muster zuzugreifen ist zerstört und nicht länger vorhanden.


Bei CUREosity verwenden wir das Potential der Neuroplastizität, um Patienten zu helfen Fertigkeiten wiederzuerlangen und so ihre Lebensqualität zu verbessern. Mit unserem neuartigen Ansatz und unserem Therapiesystem CUREO verbinden wir neuroplastisches Training mit motivierenden, spielerischen Elementen, sodass neue Wege und Muster gebildet werden können. Bewegungen, die lange Zeit nicht mehr möglich waren, werden plötzlich wieder durchgeführt. Dieser Fortschritt geschieht oftmals ohne die direkte Wahrnehmung des Patienten, der durch die virtuelle Realität gänzlich abgelenkt ist und sich primär auf die Module konzentriert.


Die Therapie mit CUREO lässt Patienten immer wieder überraschende Erfolge erleben und trägt so zur Motivation und einer gesteigerten Lernleistung bei, was wiederum die Prozesse der Neuroplastizität unterstützt.

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