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CUREosity erklärt: Querschnittlähmung – Anwendung mit CUREO und Forschung

In dem zweiten Teil des Beitrags „CUREosity erklärt: Querschnittlähmung“ geht es darum, wie unser VR-Therapiesystem CUREO für die Rehabilitation von Querschnittgelähmten eingesetzt werden kann. Zudem geht es um die Forschung zum Thema Querschnittlähmung und welches Potenzial VR bzw. XR bieten.


Ist Querschnittlähmung heilbar? – Der Stand der Forschung

Noch ist eine Querschnittlähmung nicht heilbar, aber die internationale Forschung konnte insbesondere in den letzten Jahren bahnbrechende Erkenntnisse sammeln.

Neue Forschungsergebnisse und Behandlungsmethoden, z.B. Elektrotherapie, innovative Neurochirurgie, Neuroprothetik, Neuroinformatik und molekulare therapeutische Werkzeuge machen Hoffnung, dass die Folgen einer Querschnittlähmung eines Tages überwunden werden können. Leider werden oft Teilerfolge der Forschung voreilig als Heilung der Querschnittlähmung betrachtet, doch ist es bis dahin noch ein weiter Weg.


Folgen einer Querschnittlähmung lindern

Zum aktuellen Zeitpunkt bieten moderne Therapiemaßnahmen die Chance, die Folgen einer Querschnittlähmung spürbar zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Dies erfordert, da sind sich Experten einig, eine Kombination aus mehreren Therapiebausteinen.


Einer davon kann Virtual-Reality-Therapie mit multisensorischem Bewegungsfeedback sein. Smarte Technologien beschleunigen den Fortschritt und bahnen neue Wege innerhalb der Rehabilitation.


CUREO: Virtual-Reality-Therapie bei Querschnittlähmung

CUREosity hat mit CUREO ein kliniktaugliches, multifunktionales VR-Therapiesystem mit multisensorischem Bewegungsfeedback für die kognitive und motorische Rehabilitation entwickelt.


Mit CUREO werden Therapeuten entlastet sowie Patienten motiviert und begeistert. Mit unserer modularenTherapiesoftware CUREO vereinen wir immersive VR-Technologie und Gamifikation mit bewährten Elementen der Physio- und Ergotherapie.


Durch das mobile, kompakte System kann die Therapie problemlos zum Patienten gebracht werden. Querschnittsgelähmte können mit CUREO sowohl im Liegen, im Rollstuhl oder sturzgesichert z.B. im Stehständer trainieren.





Therapieziele mit CUREO bei Rückenmarksverletzungen

Die CUREO-Therapie adressiert die Verbesserung der Motorik der oberen Extremitäten, z.B. die Koordination und Erweiterung der Bewegungsradien, fördert die posturale Kontrolle sowie die Feinmotorik der Handfunktionen.


Durch hochfrequent durchgeführte Therapie sollen Restfunktionen aktiviert und neue Bewegungsmuster gebahnt werden. Außerdem wird die Rehabilitation sensorischer, motorischer und kognitiver Fähigkeiten unterstützt.


CUREO ermöglicht durch multimodales Feedback die Verbesserung der Körperwahrnehmung, etwa die Propriozeption und Selbstregulation. Ein weiteres Therapieziel ist die Minderung von Schmerzen.


Innovative Therapiefunktionen

Durch zuschaltbare Sonifikation, dem Verklanglichen der Bewegung, und Spiegeltherapie werden die Möglichkeiten der Therapie erweitert.


Blicksteuerung und Autogreifen ermöglichen auch Hochgelähmten (Tetraplegiker), in die Therapiewelt einzutauchen, Übungen auszuführen und Selbstwirksamkeit zu erfahren.


Ein abwechslungsreiches Therapieprogramm kann aus 6 verschiedenen Modulen und 16 Therapieapplikationen ausgewählt werden. Der Schwierigkeitsgrad kann individuell an das Lähmungsniveau der Patienten angepasst werden kann.


Eine Verlaufstatistik dokumentiert den Therapieerfolg.


Therapiemotivation nachhaltig steigern

Klinische Studien, z.B. ein systematischer Review von Yeo et al. belegen, dass durch die Immersion in der virtuellen Realität und Gamifikation die Therapiemotivation nachweislich gesteigert werden kann.


In neuen Umgebungen und mit einem spielerischen Ansatz werden selbst repetitive Übungen zur abwechslungsreichen Herausforderung, die Patienten motivieren und begeistern. Therapieerfolge werden in spielerischer Weise sichtbar gemacht und schaffen nachhaltig Motivation.



CUREosity Querschnittlähmung


Aktive Entspannung für größeren Therapieerfolg

In Strand-, Berg-, Wald- oder Seelandschaften können Entspannungs- und Atemübungen durch den Therapeuten mit Unterstützung von CUREO angeleitet werden. Auch die Sonifikation und Erfahrung von Selbstwirksamkeit im bunten Lichttherapieraum können zu einer Verminderung von Stress zur Tonusregulation sowie zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes führen.


Weitere Ziele von CUREO finden sich hier.


Forschung im Bereich der Rückenmarksverletzungen

Insbesondere neuere Studien belegen das hohe Potenzial von VR und XR in der Rehabilitation von Querschnittgelähmten. Anbei einige Beispiele:


Ein systematischer Review, der die Verwendung von VR in der Rehabilitation von Patienten mit Rückenmarksverletzungen bewertet, schlussfolgerte, dass VR-Technologie herkömmliche Therapieansätze optimal ergänzen kann [1]. VR-basierte Rehabilitation erweist sich als äußerst effektiv und erzeugt eine Verbesserung der Motorik. Laut mehreren Studien der letzten Jahre (1, 2) wird die VR-Therapie von den Patienten gut angenommen und steigert die Motivation und Trainingsbereitschaft (Compliance). Darüber hinaus kann die Trainingshäufigkeit gesteigert werden, da VR-Geräte sowohl in Kliniken als auch ambulant verwendet werden können.


Boyle et al. weisen auf weitere Verbesserungen durch VR-Technologie hin, die bei der Rehabilitation von Patienten mit Rückenmarksverletzungen festgestellt wurden: eine Verbesserungen in Gleichgewicht, Feinmotorik, und Erfüllung von Alltagsaufgaben. Des Weiteren werden in einem systematischen Review von 2019 eine verbesserte Körperhaltung, Lungenfunktion und Reduktion des Schmerzempfinden vermerkt.


Mehrere Studien berichten bessere Ergebnisse nach der Verwendung von VR-basierten Rehabilitationsansätzen in Tests, die Motorik und Feinmotorik evaluieren: Functional Reach Test, Functional Independence Measure, Limit of Stability, Berg Balance Scale, Timed Up and Go test, and Walking Index for Spinal Cord Injury II scale.


VR-basierte Technologie verfügt daher über ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten für Patienten mit Rückenmarksverletzungen.

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