Suche

CUREosity erklärt: Embodiment

Aktualisiert: Juli 26

Mit CUREO erleben die Patienten Embodiment über einen biomechanischen Avatar, der in der virtuellen Realität abgebildet wird. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Embodiment? Dieser Frage wollen wir in diesem Blogbeitrag der Reihe „CUREosity erklärt“ nachgehen.


Was bedeutet Embodiment?


Embodiment bedeutet „Verkörperung“ oder „Inkarnation“. In der Psychologie bezieht sich der Begriff vor allem auf die bewusste, achtsame Wahrnehmung des eigenen Körpers, um sein psychisches Wohlbefinden zu regulieren. Das Bild des eigenen Körpers basiert dabei auf der uns umgebenen Umwelt, in der wir einerseits sensorischen Reizen ausgesetzt sind. Diese können etwa visueller oder auditiver Art sein. Andererseits führen wir motorische Aktivitäten durch. Es entstehen neuronale Muster im Gehirn, die eine interne Map ergeben und ein Abbild des eigenen Körpers sowie der uns umgebenen Objekte repräsentiert.




CUREosity erklärt Embodiment



Sensorik, Motorik und interne Map


Neuronale Beeinträchtigungen können jedoch dazu führen, dass entweder Motorik, Sensorik oder die interne Map geschädigt werden, wodurch letztlich die anderen Komponenten ebenfalls negativ beeinflusst werden. Fehlt etwa der sensorische Input, so können die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt und auch die interne Map verzerrt werden. Der Betroffene kann die bislang etablierten Muster nicht mehr anwenden, da sein Körperbild gestört ist, was wiederum auch zu Schmerzen führen kann.


Beeinträchtigungen durch Hemiparese oder Neglect


Bei einer Hemiparese oder einem Neglect nach einem Schlaganfall leiden die Patienten oftmals unter einer beeinträchtigten motorischen Funktion, da der sensorische Input von einer Körperseite fehlt. Die Unterbrechung der Informationsverarbeitung kann dazu führen, dass es zu Problemen hinsichtlich der Körperhaltung sowie dem Gleichgewicht kommt.

Mit den bisherigen Therapiemethoden ist es kaum oder nur mit hohem Aufwand möglich, das Zusammenwirken von Motorik, Sensorik und der internen Map wieder zu erlernen. Es muss ein gänzliches neues Mapping erstellt werden, damit die aufgabenrelevanten Inputs und Outputs wieder von den Patienten verarbeitet werden können. Leider ist nur wenigen Betroffenen eine entsprechende Therapie zugänglich, sodass sich die meisten mit ihrer Situation abfinden müssen.


Embodiment mit CUREO


Mit CUREO wird ein neuer Ansatz verfolgt. Über die Abbildung eines biomechanischen Avatars sehen die Patienten ihren Körper in der virtuellen Realität. Ihre Bewegungen werden auf die des Avatars übertragen, sodass sie die Möglichkeit haben, ihren Körper neu wahrzunehmen. CUREO bietet multisensorisches Feedback, zum Beispiel durch visuelle oder auditive Hinweise, sowie motorisches Bewegungstracking für die sensomotorische Rückkopplung, um die beeinträchtigen Patienten optimal zu therapieren.


Entwicklung eines neuen Körperbildes


CUREO ist das erste immersive, interaktive VR-Therapiesystem, bei dem die Körper- und die Umgebungswahrnehmung an die Einschränkungen des Patienten feinstufig angepasst werden können. So können in kleinen Schritten sukzessive die vernachlässigten Bereiche wieder angesprochen werden.



Embodiment CUREosity


In allen Modulen des Systems kann zudem eine avatarbasierte Spiegelfunktion zugeschaltet werden, mit der die Bewegungen der Patienten auf Knopfdruck gespiegelt werden können. Durch die Reintegration des Körpers durch die Spiegeltherapie sowie die positive Visualisierung des virtuellen Avatars können zudem die Schmerzen der Patienten gelindert werden.


Diese Funktionen des Embodiments und die unterschiedlichen, auf die Betroffenen zugeschnittenen Übungen führen dazu, dass die drei Komponenten der Sensorik, Motorik und der internen Map wieder miteinander interagieren und sich ein neues Körperbild entwickelt.

17 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen